Gesangsunterricht

Viele Erwachsene glauben man müsste schon in frühen Jahren damit beginnen die Stimme zu trainieren. Aus physiologischer Sicht ist dies jedoch eine falsche Annahme, da der Kehlkopf während der Mutation eine Wachstumsphase hat, in der sich die Muskeln neu justieren müssen.
Bei Mädchen wachsen die Stimmlippen 3-4 mm, was zu einer Absenkung der Stimme um eine Terz bis Quart führt; bei Jungen wachsen die Stimmlippen 8-10 mm und ihre Stimme senkt sich um eine ganze Oktave. In dieser Zeit ist die Stimme nicht voll belastbar, weshalb Phoniater im Allgemeinen eine Singpause empfehlen.
Idealerweise sollte die Stimmausbildung nach Beendigung der Mutation beginnen,
was in den Medien (z.B. Casting Shows) leider keine Berücksichtigung findet.

Zu alt für eine Stimmausbildung sind Sie nie.
Die Musik kann als Ausdrucksmittel von Ihrem Erfahrungs- und Gefühlsreichtum nur profitieren.

Im Gesangsunterricht lernen Sie nicht nur Singen.
Sie erleben einen Lernprozess jenseits von Leistungsdruck.
Ihre gesamte Körperwahrnehmung wird feiner, Sie bauen Hemmungen und negative Selbstkritik ab und gewinnen mehr Freude am Experimentieren.

Im Folgenden finden Sie eine Reihe von Stichpunkten zu den möglichen Unterrichtsinhalten.


Körperarbeit – Was hat der Körper mit der Stimme zu tun?
Stimmbildung – Singen allein bringt nichts, als die Festigung von Gewohnheiten.
Physiologie – Nach dem Spüren kommt das Verstehen.
Transfer – Von der Technik zum Song.
Interpretation – Was möchten Sie sagen?
Ausdruck – Wie möchten Sie es sagen?
Songgestaltung – Eine musikalische Vorstellung entwickeln.
Phrasierung – Keine Phrasen dreschen!
Rhythmik – Nicht nur was für Schlagzeuger!
Timing – Alles zur rechten Zeit.
Gehörbildung – Horch, was kommt von draußen rein.
Improvisation – Ohne Worte.
Musikalische Kommunikation – Ohne wird es ein einsamer Monolog.
Erstellen von Leadsheets – Das eigene Repertoire spielbar machen.
Transposition – Den richtigen Ton finden.
Musiktheorie – Denn Sie wissen nicht was Sie tun!
Arrangement – Instrumentenbezogen Ideen skizzieren.
Repertoirearbeit – was drauf haben.
Textsicherheit – Auswendig ist die Devise!
Performance – Wie möchten Sie wirken?
Mikrofontechnik – Bitte nicht schlucken!
Lampenfieber – Kein Schicksal.